Freitag: Predigt - Sychar

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Freitag: Predigt

Chronik > 2015 > 2015 SYCHAR Exerzitien

Das Thema dieser Exerzitien lautet: "Lass den Mund derer, die dich loben, nicht verstummen!" Est. 4, 17

Es ist aus dem Buch Esther genommen. Wir wissen dass sie nach dem Buch Ester eine jüdische Waise war und eine  Adoptivtochter ihres Cousins Mordechai . Sie lebte im  5. Jahrhundert v. Chr. in der persischen   Diaspora  und Frau des persischen Königs Ahasveros (Xerxes I.) wurde. Die biblische Erzählung im Buch Ester beschreibt die Umkehrung eines geplanten Genozids (Völkermord) an den Juden im   persischen Reich: Der König und sein Hofstaat fühlen sich durch das ungehorsame Verhalten der Königin   Waschti   beleidigt. Waschti wird vom Hof gewiesen. Es werden Jungfrauen ausgewählt, aus denen eine neue Königin ausgesucht werden soll. Das Waisenkind Ester wird ebenfalls als mögliche Königin in den Palast gebracht. Sie wird durch ihre Anmut zur neuen Frau des persischen Königs Ahasveros, verheimlicht aber ihre jüdische Abstammung, wie es ihr Vetter   Mordechai befohlen hat. Mordechai hat einen Posten am Tor des königlichen Palastes.  Dabei belauscht er zufällig die Leibwächter des Königs, die planen, diesen zu ermorden. Er warnt mit Esters Hilfe den König und erwirbt so seine Gunst. Der König ist gnädig, hört sich Esters Geschichte an und erkennt, dass Haman - der höchste Regierungsbeamte - sein Vertrauen missbraucht hat.  Er will nicht zulassen, dass das Volk des Mannes, der ihn einst vor dem Tode bewahrt hat, in seinem Namen vernichtet werden soll. Umgehend wird Haman an den Galgen gehängt,  den er für Mordechai aufstellen ließ.
Parallel zu diese Geschichte läuft eine andere Geschichte des Vertrauens und treue zu Gott.
Sie wird zu entscheidende Kraft und die Grundlage für den Lobpreis sein. Esther und Mordechai lebten in Persien aber haben sich vor dem Götzendienst
verweigert. Das hat Gott benutzt um noch Seine größere Ehre zu zeigen. Esther wurde zum
prophetischen Zeichen des Messias, der sein Volk rettet. Sie sollte "zum König hineingehen,
um seine Gnade zu erflehen und vor seinem Angesicht für ihr Volk zu bitten." Est. 4,8
 Und wer weiß, ob du nicht um dieser Umstände willen zum Königtum gekommen bist? Est. 4, 14
Wie ähnlich sind diese Worte zu den Worten Jesu (vergl. Joh. 7, 28) nach dem Einzug in Jerusalem: "Jetzt ist meine Seele erschüttert. Und was soll ich sagen? Vater, hilf mir aus dieser Stunde? Doch darum bin ich in diese Stunde gekommen. Vater, verherrliche deinen Namen! Da kam eine Stimme vom Himmel: Ich habe ihn verherrlicht und will ihn wiederum verherrlichen!" Joh. 12, 27-28

Königin Esther und Mordechai (Est. Kap. 4) helfen uns zu verstehen dass wir unser ganzes Vertrauen auf Gott setzen und Ihm in allen Umständen unseres Lebens immer treu bleiben sollen. Die Gebete des Mordechai und der Esther führen uns zum Kern-Bekenntnis der Königin Esther. Es ist ein Bekenntnis zum Bund mit dem Herrn, ein Bekenntnis zur Familie als Treue-Ort dieses Bündnisses:

"Von Kindheit an habe ich in meiner Familie und meinem Stamm gehört, dass du, Herr,
Israel aus allen Völkern erwählt hast; du hast dir unsere Väter aus allen ihren Vorfahren  
als deinen ewigen Erbbesitz ausgesucht und hast an ihnen gehandelt, wie du es versprochen
hattest." Est. 4, 17m
 

Es ist ein Hilferuf um die Gnade. Die Kinder Gottes haben Recht auf Gottes Hilfe. Sie haben das Recht auf Erbarmen weil sie das "Erbbesitz" für Gott durch den Bund sind. Dieses Handeln Gottes ist der wahre Grund für den Lobpreis.
"Hör auf mein Flehen, hab Erbarmen mit deinem Erbbesitz und verwandle unsere Trauer in Freude, damit wir am Leben bleiben und deinen Namen preisen, Herr; lass den Mund derer, die dich loben, nicht verstummen!" Est. 4, 17h

Schwestern und Brüder,
ich lade Sie ein während diese Exerzitien zur Erkenntnis zu gelangen dass mein Glaubensweg eigentlich ein Bund mit dem Herrn ist. Ich muss mich bewusst machen dass mein Glaubensweg vor allem auf dem Verständnis von Bund und Eid, Segen und Fluch und der Menschwerdung Gottes beruht. Gottes Beziehung zu uns Menschen ist ein Bund. Wenn ich in diese Beziehung lebendig bleibe, habe ich den Grund und Mut Gott zu preisen.
Wenn ich diese Beziehung breche, wie Paulus sagt: "so bin ich ein tönendes Erz oder eine
klingende Schelle." 1. Kor. 13, 1

Das ist der Grund warum so wenig Lobpreis gibt.

In diesen Exerzitien werden wir versuchen die Kontinuität der Heilsgeschichte in unserem
Leben zu sehen. Ganz so wie die großen Gestalten der Bibel ist auch der Mensch von heute eingeladen, einen Bund mit Gott zu schließen. So werden wir als Christen zu Kindern Gottes, die schon jetzt am ewigen Leben teilhaben.

In folgenden Konferenzen werden wir den Bund, den Eid, die Sakramente und der Lobpreis betrachten. Möge uns der Barmherzige Herr segnen und helfen unser Teil des Bundes zu erkennen und treu zu erfüllen, damit der Lobpreis nicht verstummt. Amen


 
 
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