Missionare der Barmherzigkeit - Sychar

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Missionare der Barmherzigkeit

Jubiläum der Barmherzigkeit


"Missionare der Barmherzigkeit" in der Diözese
St. Pölten - in Ihre Pfarre/Gemeinschaft einladen

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Dompfarrer Kan. Norbert Burmettler
Domplatz 1, 3100 St. Pölten
Tel.: 02742/353402
E-Mail: n.burmettler@kirche.at

Pfarrer Mag. P. Franz Hörmann OSB
Ort 1, 3332 Rosenau am Sonntagberg
Tel.: 07448/2585
E-Mail: franz@stift-seitenstetten.at

Pfarrer Mag. P. Michael Hüttl OSB
Maria Dreieichen 79, 3744 Stockern
Tel.: 02982/8253
E-Mail: p.michael@basilika-maria-dreieichen.com

Pfarrer P. Leonhard Obex OSB
Kardinal-König-Platz 1, 3202 Rabenstein an der Pielach
Tel.: 02723/2270
E-Mail: leonhard@stiftgoettweig.at

Pfarrer P. Andreas Petith OMI
3672 Maria Taferl 1
Tel.: 07413/278
E-Mail: oblaten@basilika.at

P. MMag. Andrzej Skoblicki
Millenniumsplatz 2, 3364 Neuhofen / Ybbs
Tel.: 0699/11210674
E-Mail: andreas@sychar.at

Quelle: http://jahrderbarmherzigkeit.dsp.at/missionare-der-barmherzigkeit


APOSTOLISCHES SCHREIBEN
 
VON PAPST FRANZISKUS
"MISERICORDIA ET MISERA"

Gegeben zu Rom, bei Sankt Peter, am 20. November, Christkönigssonntag,
im Jahr des Herrn 2016, dem vierten Jahr meines Pontifikats.


9.
Eine Erfahrung der Gnade, die die Kirche im Jubiläumsjahr mit großer Wirksamkeit gemacht hat, ist sicherlich der Dienst der Missionare der Barmherzigkeit. Ihre pastorale Tätigkeit hat deutlich machen wollen, dass Gott keinerlei Grenze setzt für diejenigen, die ihn mit reuevollem Herzen suchen, denn allen kommt er entgegen wie ein Vater. Ich habe viele Zeugnisse der Freude über die erneuerte Begegnung mit dem Herrn im Sakrament der Beichte erhalten.
Verpassen wir nicht die Gelegenheit, den Glauben auch als eine Erfahrung von Vers
öhnung zu erleben. » Lasst euch mit Gott versöhnen! « (2 Kor 5,20) ist die Einladung, die der Apostel noch in unseren Tagen macht, um jeden Gläubigen die Macht der Liebe entdecken zu lassen, die ihn eine » neue Schöpfung « (2 Kor 5,17) werden lässt.
Ich spreche jedem Missionar der Barmherzigkeit meinen Dank aus f
ür diesen wertvollen Dienst,
den er geleistet hat, um die Gnade der Vergebung wirksam werden zu lassen.
Dieses außerordentliche Amt endet jedoch nicht mit der Schließung der Heiligen Pforte.
Ich m
öchte nämlich, dass es bis auf weiteres noch fortdauert als konkretes Zeichen dafür, dass die Gnade des Jubiläums in den verschiedenen Teilen der Erde weiter lebendig und wirksam ist.
Es wird Aufgabe des P
äpstlichen Rates zur Förderung der Neuevangelisierung sein, die Missionare der Barmherzigkeit als einen unmittelbaren Ausdruck meiner Fürsorge und Nähe zu betreuen und die schlüssigsten Formen für die Ausübung dieses wertvollen Amtes zu finden.

10.

Die Priester fordere ich erneut auf, sich mit großer Sorgfalt auf den Dienst der Beichte vorzubereiten, der eine wirklich priesterliche Aufgabe ist. Ich danke euch herzlich für euren Einsatz und bitte euch, für alle offen und aufnahmebereit zu sein; Zeugen der väterlichen Zärtlichkeit zu sein trotz der Schwere der Sünde; fürsorglich zu helfen, über das getane Böse nachzudenken; unmissverständlich die moralischen Prinzipien darzulegen; verfügbar zu sein, um die Gläubigen auf ihrem Weg der Buße zu begleiten und dabei geduldig ihr Tempo zu berücksichtigen; weitsichtig zu sein in der Unterscheidung jedes einzelnen Falles und großherzig in der Gewährung der Vergebung Gottes.
Wie Jesus vor der Ehebrecherin die Wahl traf, im Schweigen zu verharren, um sie vor dem Todesurteil zu bewahren, so möge auch der Priester im
Beichtstuhl weitherzig sein, in dem Bewusstsein, dass jeder Beichtende ihn an seine eigene pers
önliche Lage erinnert: Sünder, aber Diener der Barmherzigkeit.

11.
...
Das Sakrament der Versöhnung muss seinen zentralen Platz im christlichen Leben wiederfinden; darum verlangt es Priester, die ihr Leben in den » Dienst der Versöhnung « (2 Kor 5,18) stellen. Auf diese Weise soll niemandem, der ernsthaft bereut, der Zugang zur Liebe des Vaters, der auf seine Rückkehr wartet, verwehrt werden und allen die Möglichkeit offen stehen, die befreiende
Kraft der Vergebung zu erfahren.

12.
Aufgrund dieser Notwendigkeit und damit dem Wunsch nach Vers
öhnung und der Vergebung Gottes nichts im Wege stehe, gewähre ich von nun an allen Priestern die Vollmacht, kraft ihres Amtes jene loszusprechen, welche die Sünde der Abtreibung begangen haben. Was ich auf den Zeitraum des Jubeljahres begrenzt gewährt habe, wird nun zeitlich ausgedehnt, unbeachtet gegenteiliger Bestimmungen. Ich möchte nochmals mit all meiner Kraft betonen, dass Abtreibung eine schwere Sünde ist, da sie einem unschuldigen Leben ein Ende setzt. Mit gleicher Kraft kann und muss ich jedoch sagen, dass es keine Sünde gibt, die durch die Barmherzigkeit Gottes nicht
erreicht und vernichtet werden kann, wenn diese ein reuevolles Herz findet, das um Vers
öhnung mit dem Vater bittet. Jeder Priester möge daher den Pönitenten bei der Begleitung auf diesem Weg der besonderen Versöhnung Führer, Halt und Trost sein.

Im Jubil
äumsjahr hatte ich den Gläubigen, die aus verschiedenen Gründen die von den Priestern der Bruderschaft St. Pius X. betreuten Kirchen besuchen, gewährt, gültig und erlaubt die sakramentale Lossprechung ihrer Sünden zu empfangen. Für das pastorale Wohl dieser Gläubigen und im Vertrauen auf den guten Willen ihrer Priester, dass mit der Hilfe Gottes die volle Gemeinschaft in der Katholischen Kirche wiedererlangt werden kann, setze ich aus eigenem Entschluss fest, diese Vollmacht über den Zeitraum des Jubeljahres hinaus auszudehnen, bis diesbezüglich neue Verfügungen ergehen. So möge keinem das sakramentale Zeichen der Versöhnung durch die Vergebung der Kirche je fehlen.




"Missionare der Barmherzigkeit": Was hinter der Vollmacht steckt

Die "Missionare der Barmherzigkeit sind mit der Vollmacht ausgestattet, auch jene Sünden vergeben zu können, von denen per se eigentlich nur der Heilige Stuhl lossprechen kann. Im "Kathpress"-Gespräch erklärt der Münsteraner Kirchenrechtsexperte Klaus Lüdicke, wozu die Vollmacht des Papstes tatsächlich bemächtigt.

Grundsätzlich sei zwischen Sünde und der mit ihr verbundenen Tatstrafe zu unterscheiden. Von der Sünde an sich, "also der im Gewissen belastenden Schuld vor Gott", könne, so Lüdicke, jeder Beichtvater lossprechen - "auch ohne die neue Initiative des Papstes". Die Aufhebung einer Tatstrafe obliegt in einigen Fällen jedoch dem Heiligen Stuhl oder dem Ortsbischof.

Bekanntestes Beispiel ist die Sünde der Abtreibung, die mit der Tatstrafe der Exkommunikation einhergeht. Die Aufhebung der Tatstrafe ist im Fall der Abtreibung dem Ortsbischof vorbehalten. Im Fall der Abtreibung lockerte Franziskus die Regelung bereits im September letzten Jahres. Seither ist es im "Jahr der Barmherzigkeit" allen Priestern erlaubt, auch die mit Abtreibung verbundene Tatstrafe der Exkommunikation aufzuheben.

Jene Tatstrafen, die nur der Heilige Stuhl aufheben kann und ab Aschermittwoch auch die rund 1.000 Missionare der Barmherzigkeit, sind in den "canones" 1367, 1370, 1378, 1382 und 1388 des Kirchenrechts, des sogenannten "Codex Iuris Canonici", beschrieben. Es sind dies die Verunehrung der Eucharistie (canon 1376), ein körperlicher Angriff auf den Papst (canon 1370), die Lossprechung einer beichtenden Person, mit der der Priester zuvor Geschlechtsverkehr hatte (1378), die unerlaubte Bischofsweihe (1382), der Bruch des Beichtsiegels (1388). Seit der Erweiterung der Strafbestimmung im Codex von 2010 gehört hier dazu auch der Versuch, einer Frau das Weihesakrament zu spenden.

Von einer besonderen Vollmacht zur Sündenvergebung könne deshalb streng kirchenrechtlich nicht gesprochen werden, so der Experte. Der Kern der Vollmacht richte sich vielmehr auf die Aufhebung der mit der Sünde verbundenen Tatstrafe - jener Strafe, die mit der Begehung der Tat auch ohne ausdrückliche Verhängung von selbst eintritt; in mehreren Fällen ist dies die Exkommunikation.

Mit der Initiative setzt Franziskus ein Novum. In der Lateranbasilika, im Petersdom und in Santa Maria Maggiore gibt es zwar internationale Ordenspriester, die dem Großpönitentiar - aktuell Kardinal Mauro Piacenza - zugeordnet und für die Pilger diesbezüglich im Einsatz sind. Eine großflächige Weitergabe der Vollmacht hat es bisher allerdings noch nicht gegeben.

Für den Linzer Generalvikar und Kirchenrechtler Severin Lederhilger steht dahinter das "große Anliegen" des Papstes, "die Menschen wieder verstärkt zu Vergebung und Versöhnung in der Beichte einzuladen". Den klaren Hinweis dafür gebe der Papst wiederum in der Verkündigungsbulle: "Vielleicht haben wir es für lange Zeit vergessen, auf den Weg der Barmherzigkeit hinzuweisen und ihn zu gehen. In unserer Zeit, in der die Kirche sich der Neuevangelisierung verschrieben hat, gilt es das Thema der Barmherzigkeit mit neuem Enthusiasmus und einer erneuerten Pastoral vorzutragen."



Papst Franziskus in der Verkündigungsbulle zum Heiligen Jahr:
Missionare der Barmherzigkeit

In der Fastenzeit dieses Heiligen Jahres habe ich die Absicht, Missionare der Barmherzigkeit auszusenden. Sie sollen ein Zeichen der mütterlichen Sorge der Kirche für das Volk Gottes sein, damit es tiefer eindringen kann in den Reichtum dieses für unseren Glauben so grundlegenden Geheimnisses.
Es handelt sich dabei um Priester, denen ich die Vollmacht geben werde, auch von den Sünden loszusprechen, die normalerweise dem Apostolischen Stuhl vorbehalten sind. Damit soll der Umfang ihrer Sendung sichtbar werden. Sie sollen vor allem ein lebendiges Zeichen dafür sein, dass der Vater jeden aufnimmt, der seine Vergebung sucht. Sie werden Missionare der Barmherzigkeit sein, denn sie sollen allen eine Begegnung voller Menschlichkeit anbieten, eine Quelle der Befreiung, einen Ort der Verantwortung, der es ermöglicht alle Hindernisse zu überwinden und das einst in der Taufe neu geschenkte Leben wieder aufzugreifen. Sie lassen sich in ihrer Mission leiten vom Wort des Apostels: "Gott hat alle in den Ungehorsam eingeschlossen, um sich aller zu erbarmen" (Röm 11,32). Denn alle, ohne Ausnahme, sollen den Aufruf zur Barmherzigkeit ergreifen. Die Missionare werden diesen Ruf erfüllen im Wissen darum, dass sie ihren Blick auf Jesus, den "barmherzigen und treuen Hohepriester" (Hebr 2,17) richten können.

Ich bitte die Mitbrüder im Bischofsamt, diese Missionare einzuladen und aufzunehmen, damit sie vor allem überzeugende Prediger der Barmherzigkeit sein können. In den Diözesen möge man "Volksmissionen" organisieren, damit diese Missionare Verkünder der Freude durch die Vergebung sein können. Sie mögen für die Menschen das Sakrament der Versöhnung feiern, damit in dieser Zeit der Gnade, die das Heilige Jahr uns schenkt, möglichst viele, die sich entfernt haben, den Weg zum Hause des Vaters wiederfinden. Die Hirten sollen besonders in der vierzigtägigen österlichen Bußzeit die Gläubigen einladen, heranzutreten "zum Thron der Gnade, damit wir Erbarmen und Gnade finden" (Hebr 4,16).



 
 
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